Vom 24. bis 27. September 2026 wurde Greifswald zum Treffpunkt für Menschen, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit Mooren und ihrem Schutz beschäftigen. Beim zweiten studentisch organisierten Moorkongress „MooreMotion“ der Universität Greifswald kamen Studierende, Forschende und weitere Moorbegeisterte aus ganz Deutschland sowie vereinzelt aus den Nachbarländern zusammen. Unter dem Motto „Connect, protect, rewet!“ standen fachlicher Austausch, Vernetzung und praktische Einblicke in den Moorschutz im Mittelpunkt. Handgemalte Hinweisschilder mit Darstellungen verschiedener Tiere, die sich in nassen Mooren wohlfühlen, begleiteten die Teilnehmenden auf ihrem Weg durch den Moorkongress.
Das Programm bot einen abwechslungsreichen Mix aus Vorträgen, Workshops und Exkursionen in umliegende Moorflächen. Neben wissenschaftlichen Impulsen gab es zahlreiche Möglichkeiten, miteinander ins Gespräch zu kommen, Erfahrungen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Gerade die Verbindung von Forschung, praktischer Arbeit und persönlicher Vernetzung machte den Kongress zu einem vielseitigen Forum für den Moorschutz.
Hoffnungsschimmer für den Moorschutz
Ein besonderer Programmpunkt war die Keynote des renommierten Moorforschers Hans Joosten. Unter dem Titel „Bright Spots“ – also „Hoffnungsschimmer“ – sprach er über positive Entwicklungen und Perspektiven im Moorschutz. Dabei brachte er seine Erfahrungen aus mehr als 50 Jahren Beschäftigung mit Mooren ein und gab jungen Studierenden und Forschenden Gedanken für ihren weiteren Weg mit.
Auch die Frage, wie Menschen eine positive Beziehung zu Mooren entwickeln können, spielte eine wichtige Rolle. Andreas Haberl von der Succow Stiftung brachte es in seinem Vortrag „Mires – wet beings with layers“ auf den Punkt: „We need to find ways for people to connect positive emotions to peatlands.“
Damit wurde deutlich, dass erfolgreicher Moorschutz nicht allein auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und technischen Maßnahmen beruht, sondern auch davon lebt, Begeisterung und Verständnis für diese besonderen Ökosysteme zu schaffen.
Ostfalia beim Austausch über Moorschutz
Auch die INBW-Mitarbeiterinnen Jasmina Bock und Nathalie Kockemüller waren bei MooreMotion 2026 dabei. Für sie bot der Kongress die Gelegenheit, sich mit anderen Menschen aus Forschung und Praxis auszutauschen und neue Perspektiven auf aktuelle Fragen des Moorschutzes kennenzulernen.
„Für mich war MooreMotion vor allem eine tolle Gelegenheit, mit Menschen aus ganz unterschiedlichen Bereichen ins Gespräch zu kommen. Gerade der Austausch mit Studierenden und jungen Forschenden zeigt, wie viele verschiedene Perspektiven und Ideen es für den Moorschutz gibt. Diese Vernetzung nehme ich auch für meine Arbeit bei MoniMoor mit“, sagt Jasmina Bock.
Moorschutz praktisch erleben
Neben den Vorträgen konnten die Teilnehmenden den Moorschutz auch praktisch erleben. Im Workshop „Hands on Restoration“ ging es beispielsweise beim gemeinsamen „Entkusseln“ direkt ins Gelände (siehe Foto). Dabei wurden Gehölze aus einer Moorfläche entfernt – eine praktische Maßnahme, die den Teilnehmenden einen unmittelbaren Einblick in die Arbeit bei der Moorrenaturierung gab.
Auch die Exkursionen in die umliegenden Moorflächen boten Gelegenheit, die besonderen Lebensräume vor Ort zu erkunden. Dabei konnten unter anderem verschiedene Torfmoosarten entdeckt werden.
Vernetzung als wichtiger Bestandteil
MooreMotion 2026 hat gezeigt, wie studentisches Engagement, Wissenschaft und praktische Erfahrungen miteinander verbunden werden können. Der Kongress bot jungen Menschen die Möglichkeit, sich über aktuelle Entwicklungen im Moorschutz zu informieren, eigene Erfahrungen einzubringen und Kontakte zu anderen Moorinteressierten zu knüpfen.
Der persönliche Austausch und die gemeinsame Begeisterung für Moore machten dabei deutlich: Moorschutz ist eine Aufgabe, die unterschiedliche Fachrichtungen und Perspektiven zusammenbringt. Gerade die Vernetzung zwischen jungen Forschenden, Studierenden und Praktiker*innen kann dabei neue Impulse geben und dazu beitragen, Wissen aus Forschung und Praxis zusammenzuführen.