Mit diesen Fragen beschäftigen sich Olaf Baalhorn und Jasper Seng, beide wissenschaftliche Mitarbeiter des INBW, bei einem praktischen Versuchsaufbau zur Durchflussmessung. Die Messung ist dabei mehr als ein reiner Techniktest: Sie dient als Vorbereitung für eine studentische Übung und für den späteren Einsatz eines Messbootes bei einer Vergleichsmessung.
Für die Messungen nutzen die beiden ein sogenanntes ADCP-Messgerät (Acoustic Doppler Current Profiler), das nach dem Ultraschallprinzip arbeitet. Das mobile Gerät erfasst sowohl die Wassertiefe als auch die Fließgeschwindigkeit des Wassers. Dafür wird zunächst der Gewässerquerschnitt aufgenommen. Anschließend misst das Gerät die Fließgeschwindigkeit an zahlreichen Stellen innerhalb dieses Querschnitts. Der Ultraschall wird von den im Wasser schwebenden Feststoffteilchen reflektiert. Aus den dabei ermittelten Teilabflüssen berechnet die Software automatisch den gesamten Durchfluss. Eine aufwendige manuelle Berechnung mit den einzelnen Teilquerschnitten ist damit nicht mehr erforderlich. Das beigefügte Bild verdeutlicht die Arbeitsweise des Messbootes.
„Der Durchfluss ergibt sich grundsätzlich aus dem Fließquerschnitt und der Fließgeschwindigkeit. Das Gerät erfasst den Querschnitt und die Fließgeschwindigkeiten an verschiedenen Stellen und berechnet daraus den gesamten Abfluss“, erklärt Olaf Baalhorn.
Aktuell geht es vor allem darum, den Messaufbau unter kontrollierten Bedingungen zu erproben und Erfahrungen mit der Technik zu sammeln. Dazu wurde die im Bild dargestellte Messstelle an der Hardau, nahe Suderburg, ausgewählt. Dabei wird überprüft, wie zuverlässig das Gerät den Gewässerquerschnitt erfasst, die Fließgeschwindigkeiten misst und daraus den Durchfluss bestimmt. Die gewonnenen Erfahrungen sollen anschließend in die praktische Ausbildung einfließen und für eine studentische Übung genutzt werden.
Der aktuelle Versuchsaufbau bildet damit die Grundlage für die nächsten Schritte: Aus der Erprobung im kontrollierten Umfeld soll ein praxistaugliches Messverfahren entstehen, das sowohl in der Lehre als auch für zukünftige Messungen eingesetzt werden kann.