Die anhaltende Trockenheit und sinkende Pegelstände beschäftigen derzeit Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Als ausgewiesener Experte für Hydrologie und Wasserwirtschaft war Prof. Dr.-Ing. Klaus Röttcher von der Fakultät Bau-Wasser-Boden vergangene Woche gleich zweimal in überregionalen Medien zu Gast. Sowohl in tagesschau24 als auch bei NDR Info ordnete er die aktuelle Niedrigwassersituation ein und erläuterte die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wasserhaushalt.
Hydrologische Einschätzung der Niedrigwassersituation bei tagesschau24
Am 4. August 2026 sprach Prof. Dr.-Ing. Klaus Röttcher in einem Beitrag von tagesschau24 (externer Link, öffnet neues Fenster) über die kritischen Pegelstände in deutschen Flüssen. Er erläuterte die Ursachen des Niedrigwassers und machte deutlich, welche Folgen die anhaltende Trockenheit für Gewässer, Ökosysteme und die Wasserwirtschaft hat. Er rät dazu, dass wir alle, sei es Kommunen, Landkreise oder Bundesländer versuchen müssten, das Wasser länger in der Landschaft zu halten. „In der Vergangenheit haben wir dafür gesorgt, dass das Wasser möglichst schnell abfließt in Richtung der Meere und das war auch richtig so, solange wir genug oder teilweise zu viel Wasser hatten. Jetzt, durch den Klimawandel, haben wir zu wenig und das führt eben zu den genannten Folgen“, so Röttcher im Interview. Mögliche Lösungsansätze sieht er in einem Umdenken bei Drainagen landwirtschaftlicher Flächen, der Umstellung auf Agroforstsysteme oder in der Bodenbearbeitung. Außerdem sei darüber nachzudenken, an einigen Stellen, zum Beispiel bei Gräben, die das Wasser ableiten, über Möglichkeiten des Rückhalts nachzudenken, sodass das Wasser langsamer abfließt, versickert und zur Grundwasserneubildung beitragen kann.
Darüber hinaus ging er auf die Auswirkungen für die Schifffahrt sowie die landwirtschaftliche Wasserentnahme ein und ordnete die langfristigen Herausforderungen ein, die der Klimawandel für den Umgang mit der Ressource Wasser mit sich bringt.
NDR Info: Wie entwickelt sich das Niedrigwasser im Norden?
Bereits einen Tag später war Prof. Dr.-Ing. Klaus Röttcher erneut als Experte gefragt – diesmal bei NDR Info (externer Link, öffnet neues Fenster). Im Beitrag „Niedrigwasser: Wie ist die Lage im Norden?“ bewertete er die aktuelle Situation in Norddeutschland. Obwohl der Norden traditionell als wasserreiche Region gilt, machen sich auch hier die Auswirkungen ausbleibender Niederschläge und längerer Trockenphasen zunehmend bemerkbar. Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) hat an einigen Pegeln neue historische Tiefststände registriert, die für Binnenschiffe mittlerweile problematisch werden. Im Interview erläuterte Prof. Dr.-Ing. Klaus Röttcher warum sich Niedrigwasserereignisse häufen und welche Konsequenzen dies für Gewässer, Grundwasser und die Wasserversorgung haben kann.
„Entscheidend ist, Wasser künftig noch nachhaltiger zu bewirtschaften und frühzeitig Strategien zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu entwickeln. Umso wichtiger ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich zu vermitteln und in den öffentlichen Diskurs einzubringen“, sagt Prof. Dr.-Ing. Klaus Röttcher rückblickend auf seine Fernsehinterviews.
Forschung zur Wasserwirtschaft an der Ostfalia Hochschule
Als Professor für Wasserwirtschaft an der Ostfalia Hochschule beschäftigt sich Prof. Dr.-Ing. Klaus Röttcher seit vielen Jahren mit nachhaltigem Wassermanagement sowie den Auswirkungen des Klimawandels auf regionale Wassersysteme. Seine regelmäßige Einbindung in die Berichterstattung über aktuelle wasserwirtschaftliche Themen (wie z.B. auch im Juli in Land & Forst (externer Link, öffnet neues Fenster) oder der AZ) unterstreicht die hohe wissenschaftliche Expertise der Ostfalia Hochschule und den gesellschaftlichen Stellenwert der Forschung im Bereich Wasser und Klimaanpassung.