Während des Sommersemesters 2026 hatte die dritte Generation von Austauschstudierenden im Rahmen des DAAD-SDG-Partnerschaftsprojekts "Implementation of the Sustainable Development Goals – India, Nepal and Germany“ die Möglichkeit, Lehrveranstaltungen in den Bereichen Wirtschaft und Recht zu besuchen sowie an Konferenzen und Exkursionen teilzunehmen. Zu den abschließenden Aktivitäten gehörten drei Konferenzen sowie eine Exkursion.
Den Beginn machte eine Konferenz von Prof. Dr. Winfried Huck, Professor für Internationales und Europäisches Wirtschaftsrecht, mit dem Titel „Legal Methodology as System Architecture: Foundations, Comparisons and Conceptualisation of AI-Supported Legal Knowledge“. Die Veranstaltung vermittelte den Studierenden nicht nur wissenschaftliche Einblicke aus erster Hand über den Einfluss KI-gestützter rechtswissenschaftlicher Intelligenzsysteme auf die Welt sowie auf die zukünftige rechtswissenschaftliche Ordnung und Governance, sondern bot ihnen auch die Möglichkeit, praktische Beispiele kennenzulernen, darunter Lexadq, ein rechtswissenschaftliches Intelligenzsystem, sowie weitere KI-gestützte Analyseplattformen. Die Studierenden konnten zudem die hohe Kreativität und das Engagement von Prof. Dr. Huck erleben, der mithilfe von KI Musik generiert, um Beiträge zu rechtspolitischen Diskussionen zu leisten. Abschließend betonte Prof. Dr. Huck die Notwendigkeit, zwischen der sprachlichen Leistungsfähigkeit von KI und echter rechtswissenschaftlicher Kompetenz zu unterscheiden, da reine Verarbeitungskapazität nicht zwangsläufig einem tatsächlichen kontextbezogenen Rechtsverständnis entspricht.
Eine weitere interessante Konferenz wurde von Herrn Thomas Nass gehalten, derzeit Masterstudent an der Fakultät für Rechtswissenschaften der Ostfalia und Mitglied der ersten Generation der DAAD-Partneraustauschstudierenden in Indien. Herr Nass berichtete den Studierenden von seinen Erfahrungen bei der Organisation von drei Baumpflanzaktionen und erläuterte, wie sich dieses Projekt, das im Jahr 2021 während seines Bachelorstudiums an der Ostfalia im Rahmen der Lehrveranstaltung “Sustainable Finance and the EU Green Deal” entstanden ist, durch die Beteiligung verschiedener Institutionen und Personen weiterentwickelt hat. Er erklärte außerdem, dass diese Initiative nicht nur an der Ostfalia und in der Stadt Wolfenbüttel das Umweltbewusstsein gestärkt hat, sondern auch in Indien, wo er und seine deutschen Kommilitonen das Projekt im Rahmen des DAAD-Austauschprogramms 2024 an der Symbiosis Law School in Pune mit Lehrenden und Studierenden geteilt haben. Während seines Vortrags ermutigte er die Studierenden zudem, eigene Projekte im Bereich Nachhaltigkeit umzusetzen.
Begleitet von Prof. Dr. Till Zech, Professor für Steuerrecht, besuchten die Studierenden die Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PKF Fasselt in Braunschweig. Dort vermittelten Prof. Zech und zwei Vertreter von PKF Fasselt neben weiteren Informationen zum deutschen Steuersystem einen umfassenden Einblick in die steuerrechtliche und wirtschaftsrechtliche Praxis der Kanzlei und erläuterten die Voraussetzungen für eine Tätigkeit in diesem Bereich. Die während des Besuchs gewonnenen wertvollen Informationen und praktischen Einblicke vertieften das Verständnis der Studierenden für Rechtswissenschaft, Besteuerung und Wirtschaftsprüfung erheblich. Zudem präsentierten die Studierenden ihre Semesterarbeiten im Rahmen der Vorlesung “Tax and Law” und erweiterten ihr Wissen über Steuerprozesse in Ländern wie Deutschland, Indien und Indonesien. Abschließend führte ein informelles Mittagessen mit Prof. Zech zu einem vertieften Austausch, bei dem die Studierenden weitere Einblicke in seine langjährige Erfahrung bezogen auf das deutschen Steuersystem erhielten.