Am 4. Juni 2025 besuchten Studierende, die am DAAD-SDG-Partnerschaftsprojekt “Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung – Indien, Nepal und Deutschland” teilnehmen, im Rahmen einer Exkursion die ALBA-Anlage in Braunschweig. Begleitet wurden sie von Shahryar Tavana, einem ehemaligen BELS-Studenten und Gründer des innovativen Projekts „Trash Tracker“.
Die ALBA Group zählt zu den führenden Umweltdienstleistungs- und Recyclingunternehmen Europas und ist ein wichtiger Akteur bei der Umsetzung der Kreislaufwirtschaft. Mit einem besonderen Fokus auf Abfalltrennung, Wertstoffrückgewinnung und technologische Effizienz verarbeitet ALBA ein breites Spektrum an recycelbaren Abfällen. Dabei werden ausgediente Materialien in Rohstoffe umgewandelt, die anschließend wieder in die Wertschöpfungskette zurückgeführt werden. Die Anlage in Braunschweig gilt als beispielhaft für das industrielle Recycling im urbanen Raum.
Shahryar Tavana, der für seine Arbeit im Bereich nachhaltiger Innovationen und für sein Engagement zur Förderung des Umweltbewusstseins auf lokaler Ebene bekannt ist, begleitete die Studierendengruppe und regte während des Besuchs interaktive Diskussionen an. Seine Einblicke bereicherten das akademische Verständnis der Studierenden von Nachhaltigkeit um eine praxisnahe und dynamische Perspektive.
Während der Führung durch die ALBA-Anlage erhielten die Studierenden Einblicke in die sorgfältigen Prozesse der Sortierung, Klassifizierung und Verarbeitung von Wertstoffen. Von Förderbandsystemen mit KI-gestützten Sortiertechnologien bis hin zu Anlagen zur Wertstoffrückgewinnung, in denen Metalle, Kunststoffe und Papier mit möglichst geringer Verunreinigung separiert werden, vermittelte der Besuch einen unmittelbaren Eindruck von Deutschlands moderner Recyclinginfrastruktur.
Besonders beeindruckend fanden die Studierenden, dass die Einwohnerinnen und Einwohner Braunschweigs ihren Elektro- und Gefahrmüll regelmäßig direkt bei ALBA abgeben. Dadurch wird sichergestellt, dass diese Abfälle sicher und umweltgerecht behandelt und recycelt werden. Darüber hinaus erfuhren sie, dass bestimmte Arten nicht recycelbarer Abfälle verdichtet und zu Anlagen zur energetischen Verwertung transportiert werden. Dort werden sie unter kontrollierten Bedingungen verbrannt, um Strom zu erzeugen. Dies verdeutlichte auf anschauliche Weise, wie Abfallströme in wertvolle Ressourcen umgewandelt werden können.
Besonders nachhaltig beeindruckte die Studierenden die Erkenntnis, dass Abfall, der gemeinhin als Endpunkt des Konsums betrachtet wird, innerhalb einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft als Ressource neu gedacht wird. Sie lernten, dass selbst kleinste Veränderungen im individuellen Verhalten – unterstützt durch eine effiziente Infrastruktur und gesellschaftliches Engagement – einen Beitrag zu weitreichenden positiven Umwelteffekten leisten können.
Die Exkursion verdeutlichte erneut den grundlegenden Zusammenhang zwischen einem effektiven Abfallmanagement und langfristiger Nachhaltigkeit. Indem die Studierenden unmittelbar erleben konnten, wie ausgediente Materialien durch Innovation, Infrastruktur und präzise Verfahren wieder in den Wirtschaftskreislauf integriert werden, gewannen sie ein vertieftes Verständnis von Nachhaltigkeit als gemeinsamer wissenschaftlicher, gesellschaftlicher und bürgerschaftlicher Verantwortung.