Die Brunswick European Law School (BELS), Fakultät Recht der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften in Deutschland, veranstaltete vom 20. bis 30. September 2024 die Kick-off-Woche des gemeinsamen SDG-DAAD-Projekts “Implementierung der SDGs – Ein vergleichender Ansatz in Indien, Nepal und Deutschland”. Die Kick-off-Woche markierte den Beginn der Aktivitäten des auf vier Jahre angelegten Kooperationsprojekts, das von 2024 bis 2027 läuft und vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gefördert wird. Die Initiative bringt Lehrende und Studierende der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften in Deutschland, der Symbiosis Law School in Pune, Indien, und der Kathmandu University School of Law in Nepal zusammen. Ziel des Projekts ist es, die internationale akademische Zusammenarbeit zu stärken und vergleichende Ansätze zur Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) in unterschiedlichen rechtlichen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Kontexten zu entwickeln. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Übertragung wissenschaftlicher Erkenntnisse in praxisorientierte, gemeinschaftsbezogene Nachhaltigkeitsinitiativen.
Die Auftaktveranstaltung begann mit einem Einführungsvortrag von Prof. Dr. Achim Rogmann, Professor für Öffentliches Wirtschaftsrecht mit den Schwerpunkten Recht der Europäischen Union, Außenwirtschaftsrecht und Zollrecht sowie Prodekan für Internationalisierung an der BELS. In seinem Vortrag hob er die Bedeutung der Internationalisierung, grenzüberschreitender akademischer Partnerschaften und interdisziplinärer Zusammenarbeit für die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung hervor. Die anschließenden Programmpunkte vermittelten den Gastdozierenden und Studierenden Einblicke in die akademischen Strukturen der Ostfalia Hochschule, die Unterstützungsangebote für Studierende, die Möglichkeiten der beruflichen Entwicklung sowie die Initiativen zur internationalen Zusammenarbeit. Prof. Dr. Rosemarie Karger, Präsidentin der Ostfalia Hochschule, begrüßte die Gäste und betonte die Bedeutung einer inklusiven akademischen Gemeinschaft und des globalen Engagements. Elke Wesche-Möller stellte zudem den akademischen Rahmen der Hochschule, die Lehrmethoden und die Erwartungen an die Studierenden vor.
Eine zentrale wissenschaftliche Sitzung befasste sich mit dem Zusammenhang zwischen dem Außenwirtschaftsrecht der Europäischen Union und den SDGs. Prof. Dr. Rogmann erläuterte, wie Handelsregelungen fairen Handel, Umweltschutz, wirtschaftliche Gleichheit und nachhaltige Wirtschaftsweisen unterstützen können. Darüber hinaus umfasste das Programm ein von Prof. Dr. Olaf Schlotmann geleitetes Nachhaltigkeitsforum, in dem die Teilnehmenden innovative Ansätze zur Bekämpfung des Klimawandels durch nachhaltige Ausgabenpolitik und Schuldenfinanzierung erörterten. Prof. Dr. Udo Becker übernahm die Übersetzung ins Englische und stellte damit sicher, dass sich die internationalen Teilnehmenden umfassend und aktiv an den Diskussionen beteiligen konnten.
Der Besuch der Gedenkstätte Marienborn am Grenzübergang Checkpoint Alpha ergänzte das Programm um eine historische Perspektive. Dabei erhielten die Teilnehmenden Einblicke in den ehemaligen Grenzübergang zwischen Ost- und Westdeutschland während des Kalten Krieges. Weitere Gespräche mit Hochschulvertreterinnen und -vertretern befassten sich mit dem Austausch von Studierenden und Lehrenden, der Anerkennung akademischer Leistungen, den Vorlesungsverzeichnissen und der Finalisierung institutioneller Vereinbarungen. Darüber hinaus erörterten die Delegationen Möglichkeiten für gemeinsame Forschungsprojekte und eine gemeinschaftlich erarbeitete Publikation mit regionalen Fallstudien zur nachhaltigen Entwicklung, in der Perspektiven aus Indien, Nepal und Deutschland zusammengeführt werden sollen.
Ein besonders wichtiger Bestandteil des Programms war das Treffen mit Shahryar Tavana, Mitbegründer der Trash Tracker Initiative. Das gemeinwesenorientierte Engagement der Initiative zeigte beispielhaft, wie Umweltbewusstsein durch konkrete Maßnahmen in praktisches Handeln umgesetzt werden kann. Dazu gehören gemeinschaftliche Aufräumaktionen, Workshops zur Mülltrennung, die Dokumentation von Recyclingmaßnahmen, digitale Medienkampagnen und Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit. Die Gespräche legten den Grundstein für eine geplante Trash Tracker Summer School im Jahr 2025, die erfahrungsbasiertes Lernen und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Studierenden und Lehrenden der beteiligten Hochschulen fördern soll.
Auf der Konferenz wurden zudem konkrete Handlungsfelder für die künftige Zusammenarbeit identifiziert. Dazu zählten Baumpflanzaktionen auf den Hochschulgeländen, wobei die Verantwortlichkeiten zwischen der Symbiosis Law School und der Kathmandu University entsprechend den jeweiligen institutionellen Kapazitäten aufgeteilt werden sollen, die Einführung eines SDG-Simulationsmodells zur Förderung der aktiven Beteiligung der Studierenden sowie die Entwicklung gemeinsamer wissenschaftlicher Publikationen und Forschungsergebnisse. Ebenfalls erörtert wurden die Vorbereitungen für den Austausch von Studierenden und Lehrenden im Sommersemester 2025 sowie Deutschsprachkurse für teilnehmende Studierende aus Indien.
Die Kick-off-Woche stellte einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer langfristigen Partnerschaft zwischen den drei Hochschulen dar. Durch die Verbindung wissenschaftlicher Diskussionen, institutioneller Zusammenarbeit, historischer Bildungsangebote und gemeinwesenorientierter Nachhaltigkeitsinitiativen zielte das Projekt darauf ab, die Lücke zwischen Wissen und praktischer Umsetzung zu schließen. Die übergeordnete Vision besteht darin, Studierende und Lehrende zu befähigen, durch vergleichende Forschung, innovative Lehrkonzepte und ein wirkungsvolles gesellschaftliches Engagement aktiv zur nachhaltigen Entwicklung beizutragen. Die Kooperation verdeutlicht das gemeinsame Bestreben, die SDGs durch Hochschulbildung voranzubringen und den Wissenstransfer von den Hochschulen in die Gesellschaft zu stärken.