Im April 2026 veranstaltete die Brunswick European Law School (BELS) im Rahmen des Masterstudiengangs Finance, Tax and Company Law (LL.M.) ein intensives LegalTech-Blockseminar. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Fabian Stancke präsentierten fünfzehn Masterstudierende herausragende wissenschaftliche Arbeiten und anspruchsvolle Fachvorträge zu aktuellen Schlüsselthemen an der Schnittstelle von Recht, Technologie und Wirtschaft.
Das Seminar widmete sich einem breiten Spektrum jener Entwicklungen, die die Zukunft juristischer Berufsbilder und regulatorischer Strukturen maßgeblich prägen. Im Fokus standen insbesondere Potenziale und Grenzen generativer Künstlicher Intelligenz im juristischen Kontext – darunter Fragen der Halluzinationsproblematik, der Verlässlichkeit automatisierter Systeme sowie der Anforderungen an eine verantwortungsvolle menschliche Kontrolle. Vertieft analysiert wurden zudem der europäische AI Act, dessen vollständige Anwendbarkeit ab August 2026 vorgesehen ist, sowie dessen Wechselwirkungen mit der DSGVO und der NIS2-Richtlinie, insbesondere im Hinblick auf LegalTech-Anwendungen und datenschutzrechtliche Compliance-Anforderungen.
Weitere Beiträge befassten sich mit Smart Contracts und Blockchain-Technologien im Wirtschaftsrecht, automatisierter Vertragsdokumentation, Contract Lifecycle Management sowie KI-gestützter E-Discovery und intelligenter Dokumentenanalyse. Darüber hinaus wurden strukturelle Transformationsprozesse des Rechtsmarktes diskutiert – etwa die zunehmende Konsolidierung des LegalTech-Sektors, RegTech-Ansätze zur automatisierten Compliance-Überwachung, digitale Zugänge zum Rechtsschutz sowie die fortschreitende Digitalisierung europäischer Justizsysteme.
Auch weitere hochaktuelle Zukunftsthemen fanden Eingang in das Seminarprogramm: agentische KI-Systeme und autonome Rechtsanwendungen, urheberrechtliche Fragestellungen im Zusammenhang mit KI-generierten Inhalten sowie die Transformation moderner Rechtsabteilungen durch Legal Operations. Den Abschluss bildete eine interdisziplinäre Diskussion über die Zukunft des juristischen Berufsbildes selbst – über hybride Rollenprofile, neue Kompetenzanforderungen und die Frage, was anwaltliche Tätigkeit im Jahr 2030 auszeichnen wird.
Die hohe wissenschaftliche Qualität der Seminararbeiten und Präsentationen unterstrich eindrucksvoll sowohl das akademische Niveau der Teilnehmenden als auch die wachsende Bedeutung von LegalTech als zentrale Schlüsselkompetenz für die nächste Generation juristischer Fach- und Führungskräfte. Die BELS freut sich darauf, diesen wissenschaftlichen Diskurs in den kommenden Semestern fortzuführen.