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Ostfalia-Studentin im Interview: Jana Kiehne über den Mut zum Neustart

Aktuelles , , Fakultät Verkehr-Sport-Tourismus-Medien , Von: Mandy Fleer

Vom Büro in die Vorlesung und wieder zurück: Jana Kiehne erzählt von ihrer Doppelrolle als Studentin und Mitarbeiterin der Ostfalia.

Jana Kiehne
Seit elf Jahren Mitarbeiterin an der Ostfalia und jetzt auch Studentin: Jana Kiehne studiert Stadt- und Regionalmanagement am Campus Salzgitter. Foto: Jana Kiehne/privat

Arbeiten und studieren und das am selben Ort: Jana Kiehne (33) ist seit elf Jahren Mitarbeiterin der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften und studiert parallel dazu Stadt- und Regionalmanagement am Campus Salzgitter. Im Interview spricht sie über ihre Doppelrolle, Studienorganisation und warum sich der Schritt ins Studium gelohnt hat.

Mandy Fleer, Ostfalia-Redaktion: Jana, wie war dein Weg ins Studium?
Jana: Mein Weg ist etwas anders als bei vielen anderen. Ich arbeite seit elf Jahren an der Ostfalia – zuerst in der Studienberatung, dann an der Fakultät Recht und jetzt an der Fakultät Verkehr-Sport-Tourismus-Medien in Salzgitter. Dort habe ich mehrere Jahre gearbeitet, bevor ich mich entschieden habe, parallel dazu selbst zu studieren. 

Was ist dein Job hier an der Ostfalia?
Jana: Ich arbeite im Prüfungssekretariat und bin eng mit dem Prüfungsausschuss verbunden. Ich bearbeite Anträge, plane Prüfungen und Stundenpläne und bin zusätzlich in Gremien wie dem Fakultätsrat aktiv. Hochschule ist wirklich eine kleine eigene Welt und genau das gefällt mir.

Du arbeitest neben dem Studium fast in Vollzeit. Wie bekommst du das hin?
Jana: Organisation ist das A und O. Ich habe früh angefangen, Vorlesungen zusammenzufassen, Lernpläne zu schreiben und alles durchzutakten. Die ersten zwei Semester habe ich 35 Stunden gearbeitet, jetzt 32. Das klingt nach wenig Unterschied, macht aber viel aus. Finanziell war es für mich wichtig, nicht stark zu reduzieren.

Warum hast du dich trotz fester Stelle nochmal für ein Studium entschieden?
Jana: Mir hat die berufliche Perspektive gefehlt. Mir war klar: Wenn ich langfristig im öffentlichen Dienst bleiben möchte – und das möchte ich – dann brauche ich einen akademischen Abschluss. Ich hatte zwar vorher einen Wirtschaftsfachwirt gemacht, aber das reichte nicht für den nächsten Schritt. Also habe ich mich bewusst für das Studium entschieden.

Hattest du vor dem Studienstart Bedenken?
Jana: Ja, vor allem wegen meiner Doppelrolle. Ich habe mir selbst Druck gemacht: Was denken die Kolleg*innen? Muss ich besonders gute Leistungen erbringen? Im ersten Semester hatte ich dadurch Hemmungen, mich zu melden. Aber das hat sich schnell gelegt. Meine Kohorte war total offen, ich habe mich nie „zu alt“ oder fehl am Platz gefühlt.

Wie funktioniert die Doppelrolle als Mitarbeiterin und Studentin?
Jana: Am Anfang war das Umschalten schwierig – vom Büro in die Vorlesung und zurück. Ich habe irgendwann gesagt: Mit Rucksack bin ich Studentin, ohne Rucksack arbeite ich. Diese klare Trennung hat gut funktioniert. Ich wurde außerdem von Kolleg*innen und Professor*innen sehr unterstützt. Das hat den Einstieg enorm erleichtert.

Gibt es Überschneidungen zwischen Job und Studium?
Jana: Teilweise. Gerade bei Verwaltungsrecht oder Widerspruchsverfahren konnte ich vieles aus meinem Arbeitsalltag wiedererkennen. Bescheiderstellung und Rechtsbehelfsbelehrungen sind Dinge, die ich täglich mache. Das hat mir in manchen Modulen Sicherheit gegeben.

Was gefält dir am Studium besonders?
Jana: Die Vielfalt. Wir hatten BWL, Verwaltungsrecht und Politikwissenschaft, aber haben auch einen Bebauungsplan gezeichnet und sogar ein Modell eines nachhaltigen Wohngebiets gebaut. Ich kann eigentlich nur Strichmännchen malen und plötzlich habe ich ein Wohnquartier geplant! Das war fordernd, aber unglaublich stärkend fürs Selbstbewusstsein.

Welche Tipps hast du für Studieninteressierten?
Jana: Traut euch. Gerade wenn man später startet, weiß man oft genauer, warum man studiert. Man hat einen klareren Fokus als direkt nach der Schule. Informiert euch gut über die Studieninhalte. Schaut euch Modulhandbücher an, nehmt Kontakt auf, setzt euch vielleicht sogar mal in eine Vorlesung. Und nehmt euch im ersten Semester den Druck. Ankommen ist wichtiger als Perfektion.