Von der Informatikstudentin zur Doktorandin: Lea Eileen Brauner promoviert an der Fakultät Informatik im Bereich Künstliche Intelligenz. Im Interview spricht sie über ihren Weg in die Forschung, die Herausforderungen einer Promotion und warum Neugierde in der Informatik wichtiger ist als Vorkenntnisse.
Mandy Fleer, Ostfalia-Redaktion: Lea, woran arbeitest du in deiner Promotion?
Lea: Ich promoviere im Bereich maschinelles Lernen. Konkret geht es darum, wie verschiedene Datenquellen, zum Beispiel Bild-, Text- oder Fragebogendaten, miteinander kombiniert werden können, damit KI-Systeme besser daraus lernen können.
Wieso hast du dich dazu entschieden, zu promovieren?
Lea: Durch einen glücklichen Zufall. Während meines Masters habe ich bereits an der Ostfalia gearbeitet und in einem Forschungsprojekt mitgewirkt. Ich hatte die Möglichkeit, gemeinsam mit meinem Professor ein wissenschaftliches Paper einzureichen. Das wurde angenommen und ich durfte an einer großen europäischen KI-Konferenz teilnehmen. Dort habe ich gemerkt, wie spannend Forschung ist.
Was hat dich daran besonders begeistert?
Lea: Die Atmosphäre auf der Konferenz und der Austausch mit anderen Forschenden. Man arbeitet an eigenen Ideen, entwickelt Lösungen und diskutiert sie. Dieses Gefühl, an neuen Themen mitzuarbeiten, hat mir total gefallen.
Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?
Lea: Sehr unterschiedlich. Ich arbeite zur Hälfte in der Lehre und zur Hälfte an meiner Promotion. Während des Semesters liegt der Fokus stärker auf der Lehre, also Vorlesungen, Betreuung von Studierenden oder Klausuren. In der vorlesungsfreien Zeit arbeite ich dann intensiver an Forschungsfragen, programmiere, werte Daten aus oder schreibe wissenschaftliche Veröffentlichungen.
Was ist an der Promotion besonders herausfordernd?
Lea: Vor allem die Geduld. Wenn man ein wissenschaftliches Paper einreicht, wartet man oft mehrere Monate auf Rückmeldungen. Manchmal weiß man lange nicht, ob etwas angenommen wird oder ob man nochmal viel überarbeiten muss.
Kannst du dir vorstellen, langfristig an einer Hochschule zu bleiben?
Lea: Ja, auf jeden Fall. Ich könnte mir eine Professur an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften gut vorstellen. Vorher möchte ich aber auch noch Erfahrungen in der Wirtschaft sammeln.
Wieso eigentlich Informatik?
Lea: Ich bin eher zufällig in der Informatik gelandet. Nach der Schule habe ich erst eine Ausbildung zur Industriekauffrau gemacht, weil ich lange dachte, dass Studieren nichts für mich ist. Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich gerne doch noch studieren möchte. Über ein Ausschlussverfahren bin ich dann erst bei Wirtschaftsinformatik gelandet und schließlich bei Informatik.
Was würdest du Studieninteressierten mitgeben?
Lea: Besonders junge Frauen möchte ich motivieren, sich für Informatik zu entscheiden, weil es ein sehr kreatives Fach ist. Man muss keine Angst vor Informatik haben. Hier an der Ostfalia muss man nicht schon vorher programmieren können. Neugier und Interesse sind viel wichtiger als Vorkenntnisse.