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Ostfalia-Campus Salzgitter: Starkes Zeichen gegen mediale Manipulation

Aktuelles , , Fakultät Verkehr-Sport-Tourismus-Medien , Von: Florian Stark

Summer School 2026: In vier Werkstätten haben Studierende verschiedener Semester und Fachrichtungen jetzt Positionen zur medialen Verantwortung erarbeitet.

Teilnehmende bei der Summer School "Sagbar gemacht" im September 2026
Machen sich stark gegen mediale Manipulation: Teilnehmende bei der Summer School "Sagbar gemacht" im September 2026. Foto: Florian Stark/Ostalia

Im September hat sich der Campus Salzgitter der Ostfalia Hochschule für fünf Tage in ein Labor für Medienverantwortung verwandelt. Unter dem Titel “Sagbar gemacht – Mediale Verantwortung von der Gleichschaltung bis zum Algorithmus” untersuchten Studierende verschiedener Semester und Fachrichtungen gemeinsam mit Lehrenden und geladenen Gästen aus Wissenschaft, Erinnerungskultur und Zivilgesellschaft, wie Medien Meinung machen und welche Verantwortung diejenigen tragen, die Bilder, Texte und Netzwerke produzieren.

Die Woche war getragen von einem doppelten Anspruch: der historischen Selbstvergewisserung und der Auseinandersetzung mit der digitalen Gegenwart. Zum Auftakt besuchten die Studierenden die Gedenkstätte KZ Drütte in Salzgitter-Watenstedt in Kooperation mit dem Arbeitskreis Stadtgeschichte. Am Abend folgte die gemeinsame Sichtung von Leni Riefenstahls “Triumph des Willens”, einem 1935 entstandenen Vorbehaltsfilm, der bis heute als Referenz für die filmische Konstruktion politischer Macht gilt. Von diesem historischen Fixpunkt aus spannten Impulsreferate, Werkstätten und Diskussionen den Bogen bis zu Deepfakes, algorithmischer Reichweite und der EU-Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte, die im August 2026 in Kraft getreten ist.

Vier Werkstätten, vier künstlerische Antworten

In vier parallelen Werkstätten haben die Studierenden gemeinsam Positionen erarbeitet. Die Filmwerkstatt entwickelte “Die Bubble”, eine Multi-Screen-Installation, die die Mechanismen bildlicher Manipulation mit den Mitteln des Films sichtbar macht. Die Animationswerkstatt übersetzte die Auseinandersetzung mit medialen Bildern in eigene künstlerische Bewegungsformate. Die Textwerkstatt setzte sich mit kommunikativer Machtausübung auseinander und schuf mit “Das Karussell der Tiere” eine Fabel frei nach George Orwell und den Brüdern Grimm — eine Gattung, die seit jeher gesellschaftliche Missstände benennt, ohne bloßzustellen. Die Werkstatt Interaktive Medien befasste sich mit den physischen Infrastrukturen des digitalen Raums, mit Tiefseekabeln, Satellitennetzen und der Frage, wem das Internet eigentlich gehört und wie sich unabhängige Netzwerke etablieren lassen.

Getragen wurde das Programm von zwei Impulsreferaten mit Diskussion: Dr. Dirk Schlinkert, ehemals Volkswagen AG, sprach zu "Demokratie und Erinnerung". Außerdem diskutierten die Studierenden das Thema “AI-Slops: Digitalität als Demokratie-Killer?” mit Jesse Holtmeyer von der Gedenk- und Dokumentationsstätte KZ Drütte, der die Brücke zwischen historischer Verantwortung und digitaler Gegenwart schlug.

Ein interdisziplinärer Rahmen

Was die Summer School besonders macht, ist der Austausch zwischen den Semestern und Werkstätten. Bachelor- und Master-Studierende aus verschiedenen Fachrichtungen arbeiteten fünf Tage gemeinsam, teilten Recherchen, kritisierten sich gegenseitig und entwickelten Arbeiten, die auf Ausstellungsniveau treten. Diese Zusammenarbeit ist kein Nebeneffekt, sondern das Herzstück: Wer über die Verantwortung der Medienschaffenden spricht, muss auch üben, in Teams Positionen auszuhandeln.

Ausstellung im 381 in Braunschweig

Die entstandenen Arbeiten werden am 1. und 2. Oktober 2026 öffentlich im 381 in Braunschweig (externer Link, öffnet neues Fenster) gezeigt. Die Eröffnung findet am Donnerstag, 1. Oktober, um 18 Uhr statt. Am Freitag, 2. Oktober, ist die Ausstellung von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Sie setzt ein klares Zeichen: gegen unsichtbare Manipulation und für die transparente Verantwortung derer, die Bilder, Texte und Netzwerke produzieren.

Die Summer School "Sagbar gemacht" wurde organisiert von Dr. Heike Hümme und Florian Stark, Institut für Mediendesign, Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften. Sie wurde gefördert durch Volkswagen Financial Services.