- Flexobus sichert eine wichtige ÖPNV-Anbindung des Campus an Salzgitter-Bad, Salzgitter-Ringelheim sowie an die Großräume Braunschweig, Hildesheim, Hannover und Goslar.
- In der vorlesungsfreien Zeit ist Flexo die einzige direkte ÖPNV-Anbindung des Campus für rund 1.800 Studierende und 100 Mitarbeitende.
- Sollte die Finanzierung für Flexo auslaufen, drohe eine deutliche Verschlechterung der Studienbedingungen – angesichts ohnehin steigender Lebenshaltungskosten.
- Eine verlässliche ÖPNV-Anbindung stärkt Bildungschancen, Fachkräftesicherung und die Standortqualität. Die Ostfalia setzt deshalb auf eine gemeinsame, langfristige Lösung mit Kommune und Region.
Eine verlässliche ÖPNV-Anbindung ist eine wichtige Voraussetzung für gleiche Bildungschancen. Die Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften setzt sich deshalb für den Erhalt des Flexo zum Campus Calbecht in Salzgitter ein. Rund 1.800 Studierende sind auf eine gute und verlässliche Erreichbarkeit des eher ländlich gelegenen Hochschulstandorts in Salzgitter angewiesen. Der Flexobus ist ein flexibler On-Demand-Busverkehr (Anruf-Sammel-Bus) in der Region Braunschweig. Bei Bedarf bedient er unter anderem die Strecke zwischen den Bahnhöfen Salzgitter-Ringelheim und Salzgitter-Bad und dem Ostfalia-Campus in Salzgitter-Calbecht. Damit ermöglicht Flexo vielen Studierenden eine flexible Anreise – unabhängig davon, ob sie über ein eigenes Auto verfügen.
„De facto stellt nur der Flexobus eine wettbewerbsfähige ÖPNV-Anbindung des Campus an die Großräume Braunschweig, Hildesheim-Hannover sowie Goslar sicher“, erklärt Prof. Dr. Marc-Christian Ollrog, Dekan der Fakultät Verkehr-Sport-Tourismus-Medien in Salzgitter. In den Monaten Januar/Februar und Juli/August, in denen viele Studierende und Mitarbeitende trotz vorlesungsfreier Zeit am Campus präsent sind, sei Flexo die einzige unmittelbare Anbindung des ländlich gelegenen Campus. Die zunehmenden Nutzungszahlen des Flexo vom Campus nach SZ-Bad und SZ-Ringelheim belegten dies.
Kritiker verweisen auf die angespannte Finanzierungssituation im öffentlichen Nahverkehr. „Der finanziellen Verantwortung ist sich jeder Beteiligte bewusst“, so Volker Küch, der Präsident (m.d.W.d.G.b) der Ostfalia Hochschule. Gleichzeitig sollte die Diskussion aber nicht allein auf die unmittelbaren Betriebskosten reduziert werden: „Eine gute ÖPNV-Anbindung ist eine Investition in die Zukunft, in Bildungsgerechtigkeit, in Fachkräftesicherung und spezifisch in Standortqualität.“ Die bisher bekannte Baustellenplanung im Schienennahverkehr belaste die zuverlässige Anbindung des Standortes an die Großräume sowieso. Wenn Studierende den Campus nicht zuverlässig erreichen könnten, entstünden langfristig deutlich höhere gesellschaftliche Kosten, etwa durch erschwerte Studienbedingungen, längere Studienzeiten oder eine geringere Attraktivität der Hochschule.
„Wer studieren möchte, muss den Campus zuverlässig und bezahlbar erreichen können. Mobilität darf keine Bildungsschranke sein“, betont auch Dekan Prof. Dr. Marc-Christian Ollrog. 51 Prozent der Studierenden kämen aus nicht-akademischen Milieus und hätten besonders unter steigenden Lebenshaltungskosten zu leiden: Auch hohe Kraftstoffpreise belasten derzeit die Studienbedingungen.
Welche Folgen eine eingeschränkte ÖPNV-Anbindung konkret haben kann, zeige der Studienalltag. „Gerade für Studierende ohne eigenes Auto ist der Flexo besonders wichtig. Er ermöglicht eine flexible An- und Abreise zum Campus, auch außerhalb der regulären Hochschulbus-Zeiten, in der vorlesungsfreien Zeit oder bei Verspätungen und Ausfällen“, betont Fabienne Pieper vom ASTA-Vorstand Salzgitter.
Die Ostfalia appelliert an die Verantwortlichen in Kommune und Region, gemeinsam eine tragfähige und vor allem langfristige Lösung für die ÖPNV-Anbindung der mit rund 1.800 Studierenden und über 100 Beschäftigten am Standort Salzgitter größten Fakultät der Ostfalia zu sichern. Die enge Einbindung der Fakultät Verkehr-Tourismus-Sport-Medien in die lokale und regionale Wirtschaft durch vielfältige Kooperationen stärkt den Arbeitsmarkt und die Wirtschaftskraft der Region. Ebenso schafft die Hochschule Zugänge zu Bildungsangeboten und hat seit ihrer Gründung tausenden Menschen aus nicht traditionellen akademischen Milieus den Zugang zu akademischer Bildung ermöglicht. Eine leistungsfähige Verbindung stärkt den Hochschulstandort zudem als Arbeitgebermarke, unterstützt Studierende im Studienalltag und trägt zu einer nachhaltigen Mobilität bei.
Hintergrund:
Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, Campus Salzgitter
Die 1993 gegründete Fakultät Verkehr-Tourismus-Sport-Medien ist mit derzeit rund 1.800 Studierenden in mehr als 20 Bachelor- und Masterprogrammen die größte Fakultät der Ostfalia. Neu im Studiengangsportfolio sind seit 2025 Angewandte Psychologie (B.Sc.) und Marketing (B.A.). Besondere Forschungsstärke zeigt die Fakultät in den Bereichen Radverkehr und Medien.
Zitate:
Präsident (m.d.W.d.G.b.) Volker Küch:
„Eine gute ÖPNV-Anbindung der größten Fakultät der Ostfalia ist eine Investition in die Zukunft, in Bildungsgerechtigkeit, in Fachkräftesicherung und ganz direkt in die Standortqualität von Salzgitter und der Region.“
„Der Anschluss des Campus an die wirtschaftlichen Ballungsräume der Region ist nicht zuletzt ein gewichtiges Standortargument für die Arbeitgebermarke Ostfalia im Wettbewerb um gute Köpfe.“
Dekan Prof. Dr. Marc-Christian Ollrog:
„Wer studieren möchte, muss den Campus zuverlässig und bezahlbar erreichen können. Mobilität darf keine Bildungsschranke sein.“
„Mehr als die Hälfte unserer Studierenden kommen aus nicht-akademischen Milieus und sind besonders betroffen von steigenden Lebenshaltungskosten und Einschränkungen im Nahverkehr. Hohe Kraftstoffpreise wirken faktisch als Bildungshindernis und verschlechtern die Studienbedingungen nochmal extra. Mit den im deutschlandweiten Vergleich hohen Semesterbeiträgen ist Niedersachsen sowieso im Nachteil.“
„De facto stellt nur der Flexobus eine wettbewerbsfähige ÖPNV-Anbindung des Campus an die Großräume Braunschweig, Hildesheim-Hannover sowie Goslar sicher.“
Fabienne Pieper, AStA Vorstand Salzgitter:
„Gerade für Studierende ohne eigenes Auto ist der Flexo besonders wichtig. Er ermöglicht eine flexible An- und Abreise zum Campus, auch außerhalb der regulären Hochschulbus-Zeiten, in der vorlesungsfreien Zeit oder bei Verspätungen und Ausfällen.“
Studierende am Campus Salzgitter:
Jan-Frederik Rust:
„Der Flexo ergänzt das bestehende Busangebot in Salzgitter sinnvoll, da hierdurch einfache und vor allem schnelle Verbindungen möglich werden, die mit dem bestehenden Busangebot so nicht so gut möglich sind. Beispielsweise eine direkte Verbindung von der Hochschule zum Bahnhof Salzgitter-Ringelheim. Des Weiteren sind die Zeiten des Hochschulbusses eng an den Stundenplan angelegt.“
„Wenn jemand nach der Vorlesung noch Zeit am Campus verbringen möchte, beispielsweise in der Bibliothek, bietet der Flexo eine flexible Lösung, um den Campus zu verlassen. Gleiches gilt natürlich auch für alle Termine oder Veranstaltungen, die sich nicht am Stundenplan orientieren. Für mich war der Flexo gerade bei Vorlesungen am Freitag die einzige Möglichkeit, den Campus zu verlassen.“
Heyam Orrabi:
„Erstens wohne ich in Braunschweig und aktuell besitze ich kein Auto, deshalb bin ich ständig auf Öffis angewiesen. Zweitens ist der Flexo eine sehr hilfreiche Lösung für viele Studierenden, insbesondere während der Klausurenphase. Denn in diesem Zeitraum fällt die direkte Verbindung zur Hochschule aus.“
Daniel Peters:
„Der Flexo ist ein wichtiges Angebot, um die Hochschule erreichbar zu machen, vor allem, wenn der Hochschulbus nicht fährt. Es gibt besonders nach den Spätveranstaltungen und auch freitags nachmittags keinen Hochschulbus zurück, sodass Flexo die einzige Möglichkeit bleibt.“