Joshua Lartey studiert am Ostfalia-Campus Wolfenbüttel den Studiengang Digital Engineering Maschinenbau im Praxisverbund. Während seines Studiums sammelt er praktische Erfahrungen bei der Volkswagen AG im Bereich automatisiertes Fahren und engagiert sich im Fakultätsrat. Im Interview spricht er über die Vorteile des Praxisverbunds und warum es sich lohnt, sich in der Hochschulpolitik zu engagieren.
Mandy Fleer, Ostfalia Redaktion: Joshua, wie war dein Weg bis zum Studium?
Joshua: Es stand früh fest, dass ich studieren möchte. Meine Stärken lagen klar in den naturwissenschaftlich-technischen Fächern, entsprechend habe ich schon meine Leistungskurse gewählt. Gereizt hat mich dann vor allem die Verbindung aus Ingenieurwesen und Informatik. Noch während des Abiturs habe ich mich bei meinem Praxispartner beworben und konnte dann direkt ins Studium starten.
Wieso wolltest du im Praxisverbund studieren?
Joshua: Vor allem, weil ich früh Berufserfahrung sammeln wollte. Wer nach dem Bachelor schon mehrere Jahre Industriepraxis vorweisen kann, startet aus einer anderen Position. Außerdem kann ich so mein theoretisches Wissen regelmäßig anwenden.
Warum hast du dich für die Ostfalia entschieden?
Joshua: Den Studiengang gibt es in dieser Form nicht überall. Digital Engineering Maschinenbau verbindet klassische Ingenieurgrundlagen mit Softwarethemen. Dazu kommt der Praxisverbund mit starken Kooperationspartnern. Und die Betreuung an einer HAW ist persönlicher: man kennt seine Professor*innen und der Weg zu einem Gespräch ist kurz.
Wie laufen die Praxisphasen bei dir ab?
Joshua: In der vorlesungsfreien Zeit und in zwei Praxissemestern bin ich bei Volkswagen, im Bereich automatisiertes Fahren. Ich wollte genau da hin, weil dort Fahrzeugdynamik und Software zusammenkommen. Ich arbeite an konkreten fachlichen Aufgaben und lerne die betrieblichen Abläufe kennen, sitze aber auch mal selbst im Versuchsfahrzeug und sehe, wie sich eine Funktion auf der Straße verhält. Auch meine Bachelorarbeit schreibe ich dort.
Kannst du das Wissen aus dem Studium direkt im Unternehmen anwenden?
Joshua: Ja, mehr als erwartet. Gerade beim Programmieren und bei Themen, die in der Industrie erst nach und nach ankommen. Nicht immer ist die Verbindung unmittelbar, weil Hochschule und Unternehmen unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Aber die Grundlagen helfen mir, mich schnell einzuarbeiten und umgekehrt ordne ich die Theorie besser ein, weil ich ihren Zweck in der Praxis kenne.
Du engagierst dich auch in der Hochschulpolitik. Wie kam es dazu?
Joshua: Ich war ohnehin schon gut unter den Studierenden vernetzt, insofern lag der Schritt nahe. Der Auslöser war aber inhaltlich. Mich interessiert, wie sich eine Hochschule strategisch ausrichtet und weiterentwickelt und dass genau darüber in den Gremien entschieden wird, in denen Studierende mit am Tisch sitzen. Man sitzt dort nicht für sich selbst, sondern für die gesamte Studierendenschaft. Also habe ich mich zur Wahl aufstellen lassen. Heute bin ich Mitglied im Fakultätsrat und war zeitweise auch im Senat.
Was hast du aus dem Engagement schon für dich mitgenommen?
Joshua: Ein Verständnis dafür, wie akademische Selbstverwaltung funktioniert, und warum manche Prozesse mehr Abstimmung brauchen, als es von außen wirkt. Besonders spannend waren die Berufungsverfahren neuer Professuren. Der Einblick in wissenschaftliche Lebensläufe hat mich für die eigene Zukunftsplanung inspiriert. Und ich habe aus nächster Nähe gesehen, wie Veränderungsprozesse gelingen oder eben nicht. Ohne echte Beteiligung von Studierenden und Mitarbeitenden funktioniert Transformation nicht.
Was braucht man, um sich hochschulpolitisch zu engagieren?
Joshua: Einen guten Draht zu vielen Studierenden. Man muss wissen, was die eigene Fakultät beschäftigt, und nicht die eigene Meinung vertreten, sondern eine möglichst breite studentische Stimme. Ich sitze als einer von zwei Studierenden zwischen Professor*innen und muss gegenhalten, wenn die studentische Perspektive in einer Diskussion fehlt.
Was möchtest du Erstsemestern mitgeben?
Joshua: Frühzeitig das Gespräch suchen. Sei es mit höheren Semestern oder mit den Lehrenden. Höhere Semester wissen, wie man bestimmte Module am besten angeht, und der Kontakt zu Lehrenden ist an einer HAW unkomplizierter, als viele denken. Daraus entstehen oft Projekte, Hilfskraftstellen oder Abschlussarbeiten. Auch ein Auslandssemester, studentische Clubs, Hochschulsport oder Gremienarbeit bringen einen mit Menschen zusammen, die man im eigenen Studiengang nie getroffen hätte. Das Studium ist weit mehr als nur ein Abschluss!
Du möchtest dich auch an der Ostfalia engagieren? Dann informiere dich hier darüber, welche Möglichkeiten es gibt.