Von Kiel nach Salzgitter und kurz vor dem Bachelorabschluss: Merle Gerdawischke studiert Mediendesign am Ostfalia-Campus Salzgitter. Im Interview spricht sie über ihren Weg ins Studium, prägende Filmprojekte und darüber, wie ihr Kommiliton*innen und Lehrende nach ihrer MS-Diagnose den Rücken gestärkt haben.
Mandy Fleer, Ostfalia-Redaktion: Merle, wie war dein Weg bis zum Studium?
Merle: Nach meinem Realschulabschluss habe ich eine Ausbildung zur staatlich geprüften Designerin mit Schwerpunkt Fotografie gemacht und gleichzeitig die Fachhochschulreife erworben. Ich wusste dabei schon früh, dass ich auch irgendetwas mit Design studieren möchte.
Wie kamst du dann zur Ostfalia?
Merle: Durch Zufall. Ich hatte mich an vielen Hochschulen beworben, aber nur Absagen bekommen. Meine beste Freundin hat dann gesagt: Das kann es noch nicht gewesen sein. Also haben wir uns hingesetzt und nochmal gesucht. Wir sind dann auf die Ostfalia gestoßen – gerade noch rechtzeitig vor Uploadfrist der Mappe. Ich habe mich direkt beworben und wurde angenommen.
Hattest du Sorgen vor dem Studienstart?
Merle: Ja, vor allem, weil ich für das Studium 360 Kilometer von zu Hause weggezogen bin. Ich hatte Heimweh und habe mich gefragt, ob ich Anschluss finden würde. Das hat sich aber schnell gelegt.
Gab es während der Studienzeit besondere Herausforderungen für dich?
Merle: Kurz nach Studienbeginn wurde bei mir Multiple Sklerose diagnostiziert. Ich musste ins Krankenhaus und hatte große Sorgen, wie es weitergeht. Umso dankbarer bin ich für die Unterstützung, die ich von meinen Kommiliton*innen und den Dozent*innen bekommen habe. Alle haben mir gezeigt: Ich muss das nicht allein schaffen. Das hat mir sehr geholfen.
Wie gehst du heute mit deiner Erkrankung um?
Merle: Sehr offen. Ich habe gelernt, auf mich zu hören und mir Pausen zu nehmen, wenn ich sie brauche. Mir hilft es auch, Dinge frühzeitig zu planen und mir keinen unnötigen Druck zu machen. Außerdem macht mir das Studium so viel Spaß, dass es mir Energie gibt.
Du hast auch einen Film über MS gedreht. Wie war das für dich?
Merle: Im Wahlpflichtfach wollte ich einen Film über MS machen, um mich intensiver mit meiner eigenen Diagnose auseinanderzusetzen. Das war teilweise ganz schön herausfordernd. Die Gespräche mit anderen Betroffenen haben mir aber auch gezeigt, wie unterschiedlich die Lebenswege sind und wie positiv viele Menschen trotz der Krankheit nach vorne blicken.
Fühlst du dich mit dem Studium gut auf den Beruf vorbereitet?
Merle: Ja. Durch die Projekte habe ich gemerkt, dass ich später gerne hinter der Kamera arbeiten möchte. Die Möglichkeit, im Studium mit professioneller Technik zu arbeiten und eigene Ideen umzusetzen, ist toll. Während meines Praktikums in einer Kameraabteilung habe ich auch gemerkt, wie viele Arbeitsabläufe und Grundlagen ich schon aus dem Studium kannte.
Was möchtest du Studieninteressierten mitgeben?
Merle: Macht euch nicht zu viel Druck. Niemand muss schon alles perfekt können. Wichtig ist, Spaß zu haben und offen für Neues zu bleiben. Und wenn mal etwas nicht klappt, gehört das auch dazu. Am wichtigsten ist es, für sich selbst etwas daraus mitzunehmen.
Du möchtest auch an der Ostfalia studieren? Dann findest du hier alle Studiengänge im Überblick! Bei Fragen kannst du dich gerne an die Zentrale Studienberatung wenden.