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Biodiversität ist mehr als Blühwiesen anlegen

Aktuelles , , Wissens- und Technologietransfer (WTT) , Von: Jesse Otto Taneli Letter

Biodiversität ist nicht nur ein ökologisches Thema. Der Begriff kann aus vielen Blickwinkeln betrachtet und untersucht werden.

Beispiel einer Blühwiese

Wer entscheidet auf der Blühwiese eigentlich, welche Pflanzenarten gepflanzt und welche Tierarten besonders gefördert und geschützt werden sollen? 

Biodiversitätsschutz ist vielmehr als ein ökologisches Phänomen. Biodiversitätsschutz ist auch sozial konstruiert, politisch umkämpft und kulturell geprägt. 

Was am Ende als „schützenswert“ gilt, ist kein rein biologisches oder gärtnerisches Thema, sondern ein sozial geprägter, oft politischer Entscheidungs- und Aushandlungsprozess. Dabei wirken verschiedene Akteur*innen, Interessen, Normen und Diskurse zusammen. 

Soll heißen:

Was wir schützen, warum und wie, ist oft eine Frage von Werten, Machtverhältnissen und Interessen. 

Die Priorisierung bestimmter Arten oder Ökosysteme spiegelt gesellschaftliche Narrative und emotionale Bindungen wider. Das Unscheinbare, wie Mikroorganismen, der klassische braune Frosch oder das xte Käferlein werden in der Bewertung häufig ausgeblendet. 

Der Versuch, Biodiversität durch ökonomische Zuschreibung und Bewertung zu retten, kann helfen, aber auch zur Verengung des Blickes führen. 

Der Verlust an Biodiversität betrifft uns nicht alle gleich. Während der globale Norden profitiert, tragen Menschen im globalen Süden oft die ökologischen und sozialen Kosten schwindender Biodiversität und eines fehlgeleiteten Artenschutzes.

Wenn wir Biodiversität ernsthaft schützen wollen, müssen wir nicht nur unsere Ökosysteme verstehen, sondern auch die gesellschaftlichen und politischen Strukturen, Narrative und Entscheidungen, die sie bedrohen oder bewahren. Biodiversitätsschutz ist somit auch eine Frage sozialer Gerechtigkeit und kultureller Reflexion. 

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