Wie lassen sich Verkehrsströme in einem beliebten Urlaubsort sinnvoll lenken? Mit dieser Frage beschäftigen sich 14 Studierende des Masterstudiengangs „Verkehr und Logistik“ am Ostfalia-Campus Salzgitter. Im Projekt „Ostseebad Prerow 2026“ entwickeln sie konkrete Lösungsansätze für die Verkehrsprobleme des Ostseebads.
Prerow zählt rund 1.500 Einwohner*innen – in der Urlaubssaison kommen jedoch mehr als 15.000 Gäst*innen sowie zahlreiche Tagesbesucher*innen hinzu. Besonders die neue Seebrücke sorgt für zusätzliche Besucherströme. Die Folge: starke Belastungen der Verkehrsinfrastruktur.
Vor-Ort-Termin mit zahlreichen Beteiligten
Im Rahmen eines mehrtägigen Aufenthalts in Prerow analysierten die Studierenden die Situation direkt vor Ort. Gemeinsam mit Vertreter*innen aus Verwaltung, Tourismus, Naturschutz und Verkehrsplanung wurden bestehende Herausforderungen diskutiert und erste Ideen geprüft.
„Wir waren vor Ort und haben im Austausch mit den Ansprechpersonen die wesentlichen Punkte im Bereich des Verkehrsmanagements identifiziert“, berichtet Student Jonas Bernzen. „Jetzt entwickeln wir konkretere Ansätze und schauen, wie sich die gewonnenen Eindrücke in bestmögliche Lösungen überführen lassen.“
Praxisnah lernen und Verantwortung übernehmen
Für Prof. Marco Brey steht vor allem der Praxisbezug im Mittelpunkt des Projekts. „Die Studierenden sollen ihr Wissen aus Bachelor und Master praxisorientiert anwenden und lernen, mit unterschiedlichsten Stakeholdern zusammenzuarbeiten“, erklärt er. Gerade bei komplexen Projekten wie in Prerow sei es wichtig, den Überblick zu behalten, Interessen zusammenzuführen und systematisch Lösungen zu entwickeln.
Dabei gehe es nicht darum, bestehende Konzepte komplett neu aufzubauen, sondern vorhandene Strukturen sinnvoll weiterzuentwickeln. Themen wie Verkehrslenkung, Informationssysteme oder die optimale Nutzung vorhandener Infrastruktur spielen dabei eine zentrale Rolle.
Komplexe Aufgabenstellungen
Die Arbeit im Projekt bringt auch Herausforderungen mit sich. „Wir wussten vorher nicht genau, was uns vor Ort erwartet“, sagt Jonas. „Das hat gezeigt, wie wichtig eine gute Vorbereitung ist, um die richtigen Fragen stellen zu können.“
Besonders anspruchsvoll sei die Vielzahl unterschiedlicher Interessen: „Von der Gemeinde über Nationalparkamt, Forstbehörde, Küstenschutz (StaLU), Verkehrsbehörde, Ordnungsamt bis hin zu den Besucher*innen selbst müssen viele Perspektiven berücksichtigt und in Einklang gebracht werden.“ Hinzu komme die starke saisonale Dynamik: Lösungen müssten sowohl in der Hochsaison als auch in ruhigeren Zeiten funktionieren.
Lernen an realen Beispielen
Für die Studierenden bietet das Projekt vor allem wertvolle Praxiserfahrungen. „Der direkte Austausch vor Ort vermittelt ein anderes Verständnis als die reine Theorie“, so Jonas. „Ich nehme vor allem mit, wie wichtig genaues Zuhören und eine gute Vorbereitung sind. Ein echtes Praxisbeispiel eben.“