MyAfEB - Mycelbasierte Auftriebskörper für den Einsatz in Binnengewässern
Nachhaltiger fischen: Auftriebskörper aus Pilzmyzel
Kann Pilzmyzel Kunststoff beim Angeln und in der Fischerei ersetzen? Im Projekt MyAfEB – Mycelbasierte Auftriebskörper für den Einsatz in Binnengewässern untersucht die Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, wie sich Auftriebskörper aus mycelbasierten Materialien entwickeln lassen. Sie sollen funktional, wasserbeständig und zugleich biologisch abbaubar sein.
Weniger Kunststoff in unseren Gewässern
Kunststoff wird in der Fischerei und beim Angeln in vielen Bereichen eingesetzt. Problematisch kann er werden, wenn Geräte verloren gehen oder durch Abrieb und Alterung Kunststoffpartikel in Gewässer gelangen. Auch Schwimmer und andere Auftriebskörper können dabei zur Eintragsquelle von Kunststoffpartikeln werden.
Genau hier setzt das Forschungsprojekt MyAfEB an. Ziel ist es zu untersuchen, ob sich Auftriebskörper aus mycelbasierten Materialien entwickeln lassen, die für den praktischen Einsatz geeignet und zugleich biologisch abbaubar sind.
Wie funktioniert die Idee?
Die Grundlage bilden poröse Strukturen aus natürlichen beziehungsweise nachwachsenden Rohstoffen, die durch Pilzmyzel miteinander verbunden werden. Auf dieser Basis werden verschiedene Materialzusammensetzungen und Herstellungsverfahren zu Schwimmkörpern weiterentwickelt. Der Herstellungsprozess wird dabei so ausgelegt, dass das Myzel im fertigen Werkstoff nicht weiterwächst.
Vom Labor aufs Wasser
Welche Materialkombination eignet sich am besten? Wie lange hält ein Auftriebskörper dem Kontakt mit Wasser stand? Und ist er stabil genug für den praktischen Einsatz?
Um diese Fragen zu beantworten, werden zunächst geeignete Substrate und Pilzstämme ausgewählt und erste Prototypen hergestellt. Diese werden im Labor unter anderem auf Formstabilität, Wasseraufnahme, Auftrieb und mechanische Belastbarkeit untersucht. Parallel werden unterschiedliche Herstellungsverfahren sowie Möglichkeiten für Nachbehandlung und Schutzbeschichtung betrachtet.
Anschließend sollen die entwickelten Prototypen gemeinsam mit Praxispartnern unter realen Bedingungen erprobt werden. Erfahrungen aus Fischereibetrieben und Angelvereinen sollen direkt in die Weiterentwicklung einfließen. Neben der technischen Funktionalität werden auch die ökologischen Auswirkungen und wirtschaftliche Perspektiven der entwickelten Lösungen untersucht.
Das Ziel: eine biologisch abbaubare Alternative
Am Ende des Projekts sollen optimierte Prototypen, geeignete Herstellungsprozesse und die erforderlichen Erkenntnisse für eine spätere Praxiserprobung und mögliche Markteinführung vorliegen.
Forschung trifft Praxis
MyAfEB wird an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften standortübergreifend und interdisziplinär bearbeitet. Beteiligt sind das Institut für Recycling am Campus Wolfsburg und die Professur für Kommunikationsmanagement am Campus Salzgitter; ergänzend kann die Expertise des Instituts für Biotechnologie und Umweltforschung am Campus Wolfenbüttel eingebunden werden. Fischereibetriebe, Angelvereine und weitere Praxispartner bringen Anforderungen und Erfahrungen aus der Anwendung in das Projekt ein.
Die Projektkoordination liegt bei der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften. Ansprechpartner für das Projekt sind Prof. Dr. habil. Harald Rau und Pr. Dr.-Ing. Max Ehleben.
Förderung und Laufzeit
MyAfEB wird aus Mitteln des Europäischen Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds (EMFAF) sowie des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert. Das Projekt läuft von Juli 2026 bis Juni 2029.
Projektleitung
Prof. Dr. phil. habil. Harald Rau
Gebäude A, Raum A.EG.38, Salzgitter
KomMa - Professur für Kommunikationsmanagement
Büro Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: A.EG.37 (CoWorking-Space), A.EG.40, A.EG.42
Prof. Dr. Ingo Johannsen
Gebäude S, Raum 002, Wolfsburg
Prof. Dr. Max Patrick Ehleben
Institutsleiter Institut für Recycling (IFR), Fakultät Fahrzeugtechnik
Gebäude C, Raum 103, Wolfsburg
Institutsleiter IfR