Über das Projekt
Wie lässt sich Zirkularität im Alltag begreifbar machen? Erfahre mehr über die Ausgangsfragen, Ziele und den Ansatz von ZuKUNSToff.
Zirkularität im Alltag begreifbar machen
Kunststoffe sind aus unserem Alltag kaum wegzudenken. Ihre vielseitigen Eigenschaften machen sie zu wichtigen Werkstoffen – von Verpackungen und Haushaltsgegenständen bis hin zu Anwendungen in Medizin und Mobilität. Gleichzeitig entstehen erhebliche Umweltbelastungen, wenn Kunststoffabfälle nicht sachgerecht gesammelt, getrennt und wiederverwertet werden.
Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft setzt deshalb mehr voraus als geeignete Recyclingtechnologien. Entscheidend ist auch, wie Kunststoffe hergestellt, gestaltet, genutzt und entsorgt werden. Insbesondere Materialmischungen, Verschmutzungen und Alterungsprozesse können die Wiederverwertung erschweren. ZuKUNSToff greift diese Herausforderungen auf und fragt, wie wissenschaftliche Erkenntnisse über Kunststoffe und ihre Kreisläufe im Alltag verständlich und erfahrbar werden können.
Von der Forschung in die Öffentlichkeit
Ausgangspunkt des Projekts waren Forschungserfahrungen der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, unter anderem aus den Projekten REVFIN und MyAfEB. REVFIN untersucht Möglichkeiten, Kunststoffabfälle aus Fischernetzen in vietnamesischen Küstengewässern zu vermeiden, zu reduzieren und wiederzuverwerten. MyAfEB entwickelt myzelbasierte Auftriebskörper als Alternative zu herkömmlichen Kunststoffschwimmern in der Binnenfischerei. Die Erfahrungen aus diesen Projekten bilden einen fachlichen Hintergrund für die Auseinandersetzung mit Kunststoffen, ihren Einsatzmöglichkeiten und den Herausforderungen einer zirkulären Ressourcennutzung.
Mit ZuKUNSToff wurde dieses Wissen gemeinsam mit dem phaeno Science Center in Wolfsburg in eine öffentlich zugängliche Lernumgebung übertragen. Ziel war es, ein breites Publikum für die Chancen und Grenzen der Kreislaufwirtschaft zu sensibilisieren und wissenschaftliche Zusammenhänge nicht nur zu erklären, sondern durch Anschauen, Ausprobieren und eigenes Handeln zugänglich zu machen.
Lernen mit Kopf, Herz und Hand
Das Projekt setzt auf eine Wissenschaftskommunikation, die unterschiedliche Zugänge zum Thema eröffnet. Im phaeno können Besucher selbst entscheiden, womit sie sich beschäftigen möchten. Ausstellungsobjekte vermitteln wissenschaftliche Informationen, praktische Experimente machen Materialeigenschaften und Recyclingprozesse nachvollziehbar, und kreative Formate regen dazu an, eigene Ideen zu entwickeln.
Diese Verbindung aus Information, praktischem Erleben und kreativem Gestalten soll Interesse und Wissen fördern. Zugleich möchte sie Besucher dazu ermutigen, eigene Vorstellungen zu hinterfragen und sich mit möglichen Wegen zu einer zirkulären Nutzung von Ressourcen auseinanderzusetzen.
Wissenschaft, Gestaltung und Vermittlung verbinden
ZuKUNSToff entstand in einer interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen der Ostfalia und dem phaeno. Fachwissen aus Recycling und Materialforschung wurde mit Kommunikationsmanagement, Gestaltung und praktischer Ausstellungserfahrung verbunden. An der Entwicklung von Ausstellungsideen und Prototypen waren außerdem die Arbeitsgruppe Interaktive Medien sowie Studierende und ehemalige Studierende der Ostfalia beteiligt.
So konnten wissenschaftliche Inhalte in Exponate und Vermittlungsangebote übersetzt werden, die unterschiedliche Altersgruppen ansprechen und verschiedene Formen der Auseinandersetzung ermöglichen. Das phaeno bot dafür den praktischen Rahmen, in dem die Angebote direkt mit Besuchern erprobt und weiterentwickelt werden konnten.
Was aus dem Projekt entstanden ist
Im Rahmen der ersten Förderphase entstand im phaeno das Forum Kunststoff mit dem Kunststoffkometen und weiteren Stationen zu den Eigenschaften, Einsatzbereichen und Herausforderungen des Werkstoffs. Ergänzend wurden das Zukunftslabor Kunststoff mit praktischen Experimentiermöglichkeiten sowie ein Workshopangebot für Schüler entwickelt.
Die entstandenen Formate zeigen, wie sich technische Fragen des Recyclings mit gesellschaftlichen und gestalterischen Perspektiven verbinden lassen. Sie eröffnen Zugänge zu einem Thema, das den Alltag vieler Menschen betrifft und zugleich grundlegende Fragen nach Ressourcennutzung, Verantwortung und zukünftigen Produktions- und Konsumweisen aufwirft.