Für ihr Studium ist Anita Davoudi aus dem Iran nach Deutschland gekommen. Heute studiert sie Bio- und Umwelttechnik am Ostfalia-Campus Wolfenbüttel und hat sich drei Semester lang als Mentorin für andere Studierende engagiert. Im Interview erzählt sie von ihrem Weg nach Deutschland, ihrem Engagement an der Hochschule und warum es wichtig ist, Unterstützung anzunehmen.
Mandy Fleer, Ostfalia-Redaktion: Anita, wie war dein Weg bis zum Studium?
Anita: Ich komme aus dem Iran und wusste schon nach dem Abitur, dass ich im Ausland studieren möchte. Deutschland hat mich wegen der Ingenieurwissenschaften besonders interessiert. Deshalb habe ich zuerst zwei Jahre lang Deutsch gelernt und anschließend ein Jahr in Oldenburg verbracht. Dort habe ich dann aber gemerkt, dass eine Hochschule besser zu mir passt als eine Universität.
Hattest du Sorgen vor dem Studienstart?
Anita: Ja, vor allem wegen der Sprache. Ich hatte Angst, Fehler zu machen oder nicht verstanden zu werden. Außerdem kannte ich niemanden in Deutschland und wusste nicht, ob ich in einer kleinen Stadt wie Wolfenbüttel Anschluss finden würde. Am Anfang war das nicht leicht, aber mit der Zeit habe ich viele Freund*innen gefunden.
Was hat dir den Einstieg erleichtert?
Anita: Vor allem die Unterstützung an der Hochschule. Man kann den Dozent*innen jederzeit Fragen stellen. Es gibt das Lerncoaching und Beratungsangebote für Studierende mit gesundheitlichen Herausforderungen. Leider habe ich diese Angebote erst später kennengelernt. Heute würde ich allen empfehlen, sie möglichst früh zu nutzen.
Warum hast du dich für Bio- und Umwelttechnik entschieden?
Anita: Umwelt- und Klimathemen haben mich schon in der Schule interessiert. Ich wollte später in diesem Bereich arbeiten und etwas Sinnvolles machen. Der Studiengang verbindet Naturwissenschaften und Ingenieurwesen. Das hat perfekt zu meinen Interessen gepasst.
Was gefällt dir am Studium besonders?
Anita: Die persönliche Atmosphäre. Die Gruppen sind klein und man hat einen direkten Kontakt zu den Professor*innen. Gerade für mich war das wichtig. Ich habe ADHS und lerne besser, wenn ich Fragen stellen kann und auch praktisch arbeite, zum Beispiel im Labor. Das wäre an einer großen Universität viel schwieriger gewesen.
Du hast dich auch an der Hochschule engagiert. Was hast du gemacht?
Anita: Ich war Mentorin für Erstsemester und habe internationale Studierende beim Ankommen in Deutschland unterstützt. Dabei ging es um ganz praktische Fragen, zum Beispiel zur Wohnungssuche oder zu Behördengängen. Das hat mir viel Spaß gemacht und ich habe viele neue Menschen kennengelernt.
Gibt es etwas, das dich am Studium überrascht hat?
Anita: Ja, wie anspruchsvoll manche Grundlagenfächer sind. Besonders Mathematik war eine große Herausforderung. Gleichzeitig habe ich gelernt, dass man Hilfe bekommen kann, wenn man danach fragt. Das hat mir sehr geholfen.
Was war für dich ein besonderes Highlight im Studium?
Anita: Das Lebensmittellabor von Prof. Ahrens. Dort haben wir unter anderem selbst Bier gebraut und gleichzeitig viel über Lebensmittelsicherheit gelernt. Solche praktischen Projekte machen das Studium besonders spannend und helfen mir, Inhalte besser zu verstehen.
Du planst ein Auslandssemester in Finnland. Worauf freust du dich besonders?
Anita: Ich möchte andere Kulturen kennenlernen und sehen, wie dort studiert wird. Außerdem interessieren mich die Unterschiede zwischen Deutschland und Finnland im Bereich Umwelttechnik. Ich glaube, dass ich dabei fachlich und persönlich viel mitnehmen kann.
Was möchtest du Studieninteressierten mitgeben?
Anita: Habt keine Angst, Fragen zu stellen. Egal ob bei Professor*innen, Mentor*innen oder den Beratungsstellen – es gibt viele Menschen, die helfen möchten. Man muss diese Unterstützung nur annehmen. Und ich würde allen empfehlen, sich neben dem Studium zu engagieren. Man lernt unglaublich viele Menschen kennen und fühlt sich schnell als Teil der Hochschulgemeinschaft.
Du möchtest auch an der Ostfalia studieren? Dann findest du hier alle Studiengänge im Überblick! Bei Fragen kannst du dich gerne an die Zentrale Studienberatung wenden.