An diesem Abend geht es vor allem um persönliche Begegnungen. Etwa 100 Schüler*innen aus der Region sind an den Campus-Standort Am Exer gekommen, um bei der Recruiting Night der Ostfalia von Unternehmen, Studierenden und der Studienberatung zu erfahren, wie der Weg von der Schule ins Studium und anschließend in den Beruf aussehen kann. Die Ostfalia stellt ihre dualen Praxisverbund-Studiengänge aus den Themenbereichen Technik und Informatik vor, darunter Informatik, Maschinenbau, Elektro- und Informationstechnik sowie Bio- und Umwelttechnik.
Zwischen Studienwahl und Berufsperspektive
Die Schüler*innen haben bei der Recruiting Night viele Fragen zum dualen Studium im Praxisverbund, z. B.: Welcher Studiengang passt zu mir? Was erwartet mich im Unternehmen? Wie läuft die Bewerbung ab? Und wie sieht der Alltag zwischen Hochschule und Betrieb eigentlich aus?
Bennett (18) ist hier, um sich gezielt mit Praxispartnern wie ZF, EDAG oder VW auszutauschen. Bennett: “Ich hab mir im Vorfeld diese drei ausgesucht, weil ich mich dort bereits beworben habe. Aber ich gucke auch, wer sonst noch passende Angebote hat.” Er interessiert sich vor allem für die Studiengänge Elektro- und Informationstechnik im Praxisverbund und Smart Vehicle Systems im Praxisverbund und möchte im nächsten Jahr anfangen, wenn er die Schule abgeschlossen hat.
Auch für Carlos (18) steht 2027 das Abitur an, auch er möchte dual studieren. Der Grund: “Ich hatte schon immer das Gefühl, dass ich nicht so viel davon habe, wenn ich mir etwas nur anhöre. Ich muss das Wissen auch umsetzen können.” Dazu kommt, dass er im dualen Studium nicht den Stress habe, sich einen Job suchen zu müssen, um Geld zu verdienen, da er ja bereits im Studium ein Gehalt bekomme.
Im Gespräch mit den Unternehmen der Region
Meike Schauder hebt diesen Punkt in den Gesprächen mit den Schüler*innen gerne hervor. Sie arbeitet bei der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) (externer Link, öffnet neues Fenster), bei der es um die Studiengänge Informatik im Praxisverbund und Elektro- und Informationstechnik im Praxisverbund geht. Schauder spricht aus Erfahrung, denn sie hat selbst ein duales Studium im Praxisverbund an der Ostfalia absolviert. Ihr hat dabei besonders gefallen, Teil einer festen Gruppe zu sein. “Man muss nicht von sich aus auf Menschen zugehen. Man hat schon seine Leute, mit denen man fest verankert ist.” Auch könne man auf die Expertise aus höheren Lehrjahren zurückgreifen, wenn Fragen aufkämen. “Das war super hilfreich für mich, gerade in der Anfangszeit.”
Nicht dual studiert, zumindest nicht direkt, hat Caspar Schröder von Kieback&Peter (externer Link, öffnet neues Fenster). “Ich hatte neben meinen Studium noch eine Werkstudententätigkeit in der Firma.” Er sucht heute potentielle Bewerber*innen, die ein grundsätzliches Interesse daran hätten, die Welt besser zu machen. Dazu bieten Kieback&Peter am Standort Hannover ein bis zwei duale Plätze im Studiengang Energie- und Gebäudetechnik im Praxisverbund im Jahr an. “Wir haben deutschlandweit jedoch 30 Standorte und dementsprechend weitere Möglichkeiten.” Ihm ist wichtig, bei der Recruiting Night jungen Menschen die Versorgungstechnik nahezubringen. “Ich will zeigen, dass unsere Branche enorm wichtig ist. Wenn man wirklich etwas verändern will, muss man in die MINT-Berufe gehen.” Da sei auch der Fachkräftemangel. Die Zukunftsaussichten sind also rosig.
Auch die Abfallwirtschaft brummt. Das bestätigt Angelina Hellerling von EEW Energy from Waste (externer Link, öffnet neues Fenster). Sie erklärt: “Wir verwerten Müll und erzeugen daraus Energie.” Tane Trottenburg ergänzt: “Wir betreiben 17 Müllverbrennungsanlagen und zwei Klärschlammverbrennungsanlagen.” Auch am Stand: Luca Ewert, dualer Student an der Ostfalia im dritten Semester. Die Fragen, die ihn im dualen Studium beschäftigen, sind: “Wie holen wir das meiste aus den Mitteln heraus, die wir haben? Wie können wir Müll am effizientesten in Energie umwandeln, und wie können wir dabei die Umwelt schonen?” Ihm ist bewusst, dass “vieles, mit dem wir umgehen, von außen erstmal abschreckend wirken kann. Ich bin auch in die Ausbildung gegangen und hatte meine Vorurteile. Aber ich habe relativ schnell gelernt, wie man mit Müll und Klärschlamm umzugehen hat.”
Luca Ewert zeigt damit, worum es bei der Recruiting Night ebenfalls geht: einen ersten Eindruck davon zu bekommen, was hinter einem Studiengang und einem Berufsfeld tatsächlich steckt. Wer noch nicht genau weiß, wohin es nach der Schule gehen soll, kann hier verschiedene Möglichkeiten kennenlernen und direkt mit den Menschen sprechen, die bereits dort studieren oder arbeiten.
Die Recruiting Night Technik und Informatik findet einmal jährlich an der Ostfalia statt.
Was bedeutet dual studieren konkret?
Ein Studium im Praxisverbund verbindet das Studium an der Ostfalia mit praktischen Erfahrungen in einem Partnerunternehmen. Je nach Studiengang wechseln sich Hochschul- und Praxisphasen ab. So lernen die Studierenden nicht nur theoretische Inhalte, sondern wenden ihr Wissen unmittelbar im beruflichen Umfeld an. Studierende bekommen von ihrem Partnerunternehmen eine Ausbildungsvergütung und eine Karriereperspektive - gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten ein klarer Vorteil. Interessierte bewerben sich direkt auf die entsprechenden Stellen bei den Kooperationsunternehmen und erhalten dann eine Zulassung für das Studium an der Ostfalia.
Bei der Recruiting Night 2026 geht es insbesondere um folgende Studiengänge:
- Bio- und Umwelttechnik im Praxisverbund
- Digital Engineering Maschinenbau im Praxisverbund
- Elektro- und Informationstechnik im Praxisverbund
- Energie- und Gebäudetechnik im Praxisverbund
- Informatik im Praxisverbund
- Maschinenbau im Praxisverbund
- Wirtschaftsinformatik im Praxisverbund
- Wirtschaftsingenieurwesen Elektro- und Informationstechnik im Praxisverbund
- Wirtschaftsingenieurwesen Energie/Umwelt im Praxisverbund
- Wirtschaftsingenieurwesen Maschinenbau im Praxisverbund